Reportage

We are Triathlon

Der harte Weg zur Langdistanz

Über ein knappes Jahr hat er für den wohl anstrengendsten Tag seines Leben trainiert. Christian Lindenau, 31 Jahre jung und Grafiker aus Braunschweig. Sein Ziel: Die Lang-distanz im Triathlon absolvieren. Für die Athleten bedeutet das im Detail: 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und einen Marathon mit 42,195 Kilometern laufen. Am Stück. Ohne Pause. Für ihn geht es dabei allerdings um mehr als nur um den bloßen Zieleinlauf. Vor knapp drei Jahren bestimmte eine Depression sein Leben. Ausgelöst durch die Scheidung von seiner damaligen Frau und der parallel laufenden Insolvenz seiner Agentur, die er ein Jahr zuvor mit Leichen im Keller als zweiter Geschäftsführer übernommen hatte.

Nach ärztlicher Behandlung und einer langen Kur fand er im Sport wieder halt. Die Routine und die Erfolgserlebnisse, die das Laufen, Rad fahren und Schwimmen mit sich bringen, haben ihn in das Leben zurückgeführt.

Nachdem er wieder sicher beruflich verankert war, wurden die sportlichen Ziele immer größer. Im Volksmund als Ironman (lediglich der Name des Veranstalters) bekannt, zählt die Triathlon-Langdistanz mit zur Königsdisziplin im Ausdauersport. Jedes Jahr treffen sich daher Tausende Athleten bei der Challenge Roth, um diese Herausforderung zu meistern. Ein einfacher Marathon ist für die Teilnehmer schon lang kein Problem mehr. Die besten schaffen diesen Wettkampf in acht bis neun Stunden. Nach 15 Stunden wird man aus dem Rennen genommen. Nach außen stand für Christian der Zieleinlauf, egal wie, an erster Stelle. Der geheime Anspruch war jedoch höher. Um die zehn bis elf Stunden sollte es maximal dauern, das Zieltor zu durchqueren.

Solch ein Ergebnis verlangt vom Athleten viel mehr, als nur einmal in der Woche joggen zu gehen und am Wochenende mit dem Rad zum Supermarkt zu fahren. Eiserne Disziplin, Ehrgeiz und Willenskraft sind nur die Grundsteine, um solch einen Wettkampf zu bestehen. Hinzu kommt ein fester Trainingsplan sowie eine abgestimmte Ernährung, um den Körper auf dieses Leistungspensum zu bringen.

Viel Platz für Freunde, Familie und ausgiebige Freizeit-aktivitäten bleibt dabei nicht. Denn auch viel Ruhe und ein gesunder Schlaf gehören zum Training. Ein wenig Stress bringt das Ganze dann doch mit sich. Die Arbeit ist auch schon lang nur noch Mittel zum Zweck, um die eigentliche Leidenschaft zu finanzieren.

Alles in allem stehen für Christian dennoch der Spaß am Sport an erster Stelle und die Freude auf dieses, vielleicht nicht nur einmalige, Erlebnis.